Ungünstige Lichtbedingungen am Starthaus führten dazu, dass das Rolex Zeitmessungs-System für den zweiten Trainingslauf des Hahnenkamm-Rennens nach unten in Richtung Mausefalle versetzt wurde. Für viele Rennfahrer bedeutete die leichte Verkürzung der Rennstrecke, dass sie den technisch sehr anspruchsvollen Steilhang mit etwas weniger Geschwindigkeit erreichten. Ansonsten waren besonders die schlechteren Sichtbedingungen der einzige Unterschied zum gestrigen Trainingslauf. Dies war für die Rennläufer die letzte Trainingschance vor dem großen Tag! Von all den Top-Fahrern, die ein Super-Rennen hinlegen können, kommentiert Mario Scheiber kurz und bündig: „Wir werden sehen was der Samstag bringt...!“
Der zweite Trainingslauf wurde von Bode Miller dominiert, vor Didier Cuche, der wiederum eine schnelle Zeit vorlegte. Der Slowene Andre Sporn ist auf dem dritten Platz zu finden, vor Aksel Lund Svindal auf Platz vier und Mario Scheiber, der als Neunter startete, auf dem fünften Platz.
Für viele Fahrer war es die Gelegenheit, ihre Ideallinie zu verfeinern und sich für „The Race“ am Samstag in Bestform zu bringen. Einigen Fahrern gelang es besser als anderen, den Trainingslauf bestmöglich zu nutzen. Marco Büchel, ehemaliger Sieger des Super-G, erklärte, dass es keinen Sinn macht, ein unnötiges Risiko einzugehen. „Ich muss mit meinem Techniker sprechen“, äußert sich Büchel, im Zusammenhang mit seiner mangelnden Geschwindigkeit im heutigen Trainingslauf. „Ich hatte gestern einen guten Trainingslauf, deshalb wollte ich heute kein unnötiges Risiko eingehen. Es war auf alle Fälle eine gute Gelegenheit, nochmals die Ideallinie auszutesten und die Pistenbedingungen zu erfühlen“, ergänzt Büchel.
Zu der Entscheidung, den Start nach unten zu verlegen, meint Büchel: „Wenn wir von oben mit viel Geschwindigkeit kommen, springen wir bei der Mausefalle bereits 40 m weit. Mit Wind wäre das viel zu gefährlich“.
Der Kanadier Manuel Osborn-Paradis, einer der Favoriten für das Rennen am Samstag, fuhr nicht unbedingt schnelle Trainingszeiten, ordnet es aber für sich selber als „Baby-Schritte in die richtige Richtung“ ein. Osborn-Paradis ist bekannt dafür, sich in den Trainingsläufen eher zurück zu halten. „Ich bin heute überhaupt kein Risiko eingegangen, wenn ich jedoch ein bisschen agressiver gefahren wäre, hätte ich vielleicht zwei Sekunden herausgeholt. Ich weiss, dass ich noch Reserve habe und mich um einige Plätze verbessern kann.“ Bekanntlich kann man mit einem guten Resultat im Trainingslauf nichts gewinnen.
Carlo Janka, ein weiterer Podestanwärter für Samstag, antwortet auf die Frage nach der Schlüsselstelle auf der Piste: Es gibt viele wichtige Stellen. Ganz wichtig ist der obere Teil und der Zielbereich nach der Hausbergkante.“
Womöglich beschreibt Mario Scheiber die Schlüsselstelle der Rennstrecke am besten: „ich bin der Meinung, dass die wichtigste Schlüsselstelle zwischen dem Start und dem Ziel liegt.“
Morgen Freitag steht der Super-G auf dem Programm, und die geistige Heimkehr vom fünffachen Sieger, Rolex Testimonial Hermann Maier, der diesmal das Rennen von ganz unten verfolgen wird, als ganz spezieller VIP Gast.
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